- Sie brauchen eine KNX-IP-Schnittstelle im Verteiler und einen kleinen Rechner für Home Assistant, zum Beispiel einen Home Assistant Green.
- Home Assistant kann die ETS-Projektdatei einlesen. Dann kennt es alle Räume, Lampen und Rollläden mit Namen.
- Das Ergebnis: ein Dashboard für alles, Automationen über Systemgrenzen hinweg und eine Steuerung ohne Cloud.
Viele KNX-Häuser werden über Taster bedient, und das ist auch gut so. Aber irgendwann möchte man vom Sofa aus sehen, ob alle Fenster zu sind, oder die Rollläden fahren lassen, wenn die PV-Anlage genug Strom liefert. Dafür braucht KNX einen Partner. Home Assistant ist kostenlos, läuft bei Ihnen zu Hause und gehört Ihnen.
Was Home Assistant ist
Home Assistant ist eine freie Software für die Hausautomation. Sie läuft auf einem kleinen Gerät in Ihrem Technikraum und verbindet sich mit fast allem: KNX, Philips Hue, Shelly, Sonos, Ihrer Wärmepumpe, dem Wechselrichter, der Wallbox, dem Saugroboter. Mehr als 2.000 Hersteller und Systeme werden unterstützt.
Der große Vorteil: Alle Daten bleiben im Haus. Es gibt keine Cloud, kein Abo und keinen Hersteller, der die App irgendwann abschaltet. Sie bedienen alles über die Home-Assistant-App am Handy, am Tablet an der Wand oder im Browser.
Was Sie brauchen
| Bauteil | Wofür | Richtpreis |
|---|---|---|
| KNX-IP-Schnittstelle oder IP-Router | Verbindet den KNX-Bus mit Ihrem Netzwerk. Sitzt im Verteiler. | 150 – 350 € |
| Rechner für Home Assistant | Zum Beispiel Home Assistant Green oder ein Raspberry Pi. Steht im Technikraum. | 100 – 200 € |
| Netzwerkverbindung | Beide Geräte hängen per Kabel am selben Router oder Switch. | vorhanden |
| ETS-Projektdatei | Die Datei Ihres KNX-Programmierers. Sie enthält alle Adressen und Namen. | sollten Sie bekommen haben |
Wenn Ihr KNX-Programmierer bereits eine IP-Schnittstelle eingebaut hat, fehlt oft nur noch der kleine Rechner. Fragen Sie nach.
So läuft die Verbindung ab
- Home Assistant installieren. Auf einem Home Assistant Green ist das Betriebssystem schon drauf. Anschließen, Browser öffnen, fertig.
- KNX-Integration hinzufügen. Unter Einstellungen, Geräte und Dienste, Integration hinzufügen, nach KNX suchen. Home Assistant findet die IP-Schnittstelle im Netzwerk meist von selbst.
- Verbindungsart wählen. Für ein Einfamilienhaus reicht „Tunneling“. Bei einem IP-Router geht auch „Routing“. Wenn Ihre Anlage KNX Secure nutzt, laden Sie zusätzlich die Schlüsseldatei hoch.
- ETS-Projektdatei hochladen. Im KNX-Bereich von Home Assistant können Sie die Projektdatei hochladen. Danach kennt Home Assistant alle Gruppenadressen mit ihren Namen, zum Beispiel „Wohnzimmer Deckenlicht schalten“.
- Geräte anlegen. Jede Lampe, jeder Rollladen und jedes Thermostat wird als Gerät angelegt, entweder per Klick in der Oberfläche oder als Textdatei. Mit der Projektdatei geht das schnell, weil die Adressen vorgeschlagen werden.
- Dashboard bauen. Räume anlegen, Kacheln ziehen, fertig. Ein Grundgerüst steht in einer Stunde.
Wer sich das nicht selbst zutraut: Ich richte Home Assistant mit Ihrer KNX-Anlage ein, vor Ort im Raum Ludwigsburg oder per Fernzugriff. Home Assistant einrichten lassen
Was Sie dadurch gewinnen
- Ein Dashboard für alles. KNX-Licht, Hue-Lampen, Sonos, Wärmepumpe, PV-Anlage und Wallbox auf einer Oberfläche.
- Automationen über Systemgrenzen. „Wenn die PV-Anlage mehr als 2 kW einspeist, Wallbox einschalten.“ Oder: „Wenn das Fenster offen ist, Heizung in diesem Raum runter.“ KNX allein kennt die PV-Anlage nicht, Home Assistant schon.
- Benachrichtigungen aufs Handy. „Garagentor seit 20 Minuten offen.“ „Waschmaschine fertig.“
- Verlauf und Statistik. Wie warm war es gestern im Schlafzimmer? Wie viel Strom hat die Wärmepumpe gebraucht? Alles wird gespeichert.
- Sprachsteuerung, wenn Sie wollen. Home Assistant lässt sich mit Alexa, Google oder einer lokalen Sprachsteuerung verbinden.
Was Sie beachten sollten
- KNX bleibt der Chef. Die Grundfunktionen (Taster, Licht, Rollläden) sollten weiterhin in KNX programmiert sein. Home Assistant ist die Ergänzung. Fällt der kleine Rechner einmal aus, funktioniert das Haus trotzdem.
- Die Projektdatei gehört Ihnen. Bestehen Sie bei der Übergabe darauf, die ETS-Projektdatei zu bekommen. Ohne sie wird die Verbindung mühsam.
- Backups machen. Home Assistant kann automatisch Sicherungen erstellen. Schalten Sie das ein.
- Updates mit Bedacht. Home Assistant bekommt jeden Monat ein Update. Vor jedem Update ein Backup, dann kann nichts passieren.
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Häufige Fragen
Brauche ich für Home Assistant ein Abo oder eine Cloud?
Nein. Home Assistant läuft komplett bei Ihnen zu Hause und ist kostenlos. Nur für den Zugriff von unterwegs gibt es ein optionales Abo (Nabu Casa, etwa 7,50 € im Monat). Es geht aber auch kostenlos über andere Wege.
Ersetzt Home Assistant die KNX-Programmierung?
Nein. Die Grundfunktionen bleiben in KNX, damit das Haus auch ohne Home Assistant funktioniert. Home Assistant ergänzt Dashboard, Automationen und die Verbindung zu anderen Systemen.
Kann ich die ETS-Projektdatei in Home Assistant einlesen?
Ja. Im KNX-Bereich von Home Assistant können Sie die Projektdatei hochladen. Danach werden alle Gruppenadressen mit Namen angezeigt, was das Anlegen der Geräte stark vereinfacht.
Wie lange dauert die Einrichtung?
Die Verbindung selbst ist in einer Stunde hergestellt. Ein komplettes Dashboard mit allen Räumen und ein paar Automationen dauert je nach Haus einen halben bis einen Tag.
Sie planen gerade Ihr KNX-Haus?
Ich prüfe Ihre Planung oder das Angebot Ihres Elektrikers, bevor die Wände zu sind, und sage Ihnen ehrlich, was fehlt und was Sie sich sparen können.
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