- Für ein Einfamilienhaus mit rund 150 m² rechnen Sie mit etwa 8.000 bis 12.000 € für eine einfache KNX-Anlage und mit etwa 15.000 bis 25.000 € für eine komfortable Ausstattung.
- Im Neubau kostet KNX grob 30 bis 50 % mehr als eine herkömmliche Elektroinstallation. Nachrüsten ist deutlich teurer.
- Den Preis bestimmen vor allem drei Dinge: wie viel automatisch laufen soll, wie viele Taster und Melder Sie wollen und wie gut vorher geplant wurde.
Alle Zahlen sind Richtwerte aus Angeboten und Marktpreisen, Stand Oktober 2026. Ihr Haus kann je nach Wünschen, Hersteller und Elektriker darüber oder darunter liegen. Ein verbindliches Angebot bekommen Sie nur vom Elektrofachbetrieb.
Drei Ausstattungen im Vergleich
Damit Sie sich etwas darunter vorstellen können, hier drei typische Varianten für ein Haus mit 120 bis 150 m². Die Preise enthalten Material, Elektroinstallation und Programmierung.
Die meisten Bauherren landen bei Komfort. Das ist der Bereich, in dem KNX im Alltag wirklich etwas bringt: Licht geht im Flur von allein an, die Rollläden fahren bei Sonne runter, und die Heizung regelt jeden Raum einzeln.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Ein KNX-Haus besteht aus drei Kostenblöcken. Für eine Komfort-Ausstattung in einem 150-m²-Haus sieht das ungefähr so aus:
| Block | Was dazugehört | Richtwert |
|---|---|---|
| KNX-Geräte | Aktoren im Verteiler, Taster, Präsenzmelder, Netzteil, Schnittstelle | 4.500 – 8.000 € |
| Leitungen und Material | Busleitung, 230-V-Leitungen sternförmig zum Verteiler, Dosen, größerer Verteiler | 3.500 – 5.500 € |
| Arbeit des Elektrikers | Leitungen verlegen, Verteiler bauen, Geräte anschließen | 6.000 – 10.000 € |
| Programmierung | Einrichtung mit der Software ETS, meist 40 – 60 Stunden | 2.800 – 7.200 € |
Was einzelne Geräte ungefähr kosten
| Gerät | Preis pro Stück |
|---|---|
| Schaltaktor, 12 Kanäle (für Licht und Steckdosen) | 300 – 450 € |
| Jalousieaktor, 8 Kanäle (für Rollläden) | 300 – 430 € |
| Dimmaktor, 4 Kanäle | 400 – 550 € |
| Heizungsaktor, 8 Kanäle | 200 – 320 € |
| Taster, 4-fach | 120 – 250 € |
| Präsenzmelder | 130 – 250 € |
| Wetterstation | 280 – 900 € |
| Busnetzteil | 150 – 250 € |
Sie sehen: Ein einzelner Taster ist bei KNX deutlich teurer als ein normaler Lichtschalter. Dafür kann jeder Taster alles im Haus steuern, und Sie können später umprogrammieren, ohne Wände aufzumachen.
Die größten Preistreiber
- Dimmen überall. Dimmaktoren sind die teuersten Aktoren. Überlegen Sie, wo Dimmen wirklich etwas bringt: Wohnzimmer, Essen, Schlafzimmer, Kinderzimmer. Im Flur, Keller und Technikraum reicht schalten.
- Viele und teure Taster. Designtaster mit Display kosten schnell ein Vielfaches. Mit Präsenzmeldern brauchen Sie in Flur, Bad und WC oft gar keinen Taster.
- Ungenaue Planung. Wer erst auf der Baustelle entscheidet, zahlt doppelt: Nachträge beim Elektriker und mehr Programmierstunden.
- Nachrüsten statt einplanen. Im Bestand kostet KNX laut Marktübersichten etwa 80 bis 150 % mehr als herkömmlich, weil Wände geöffnet werden müssen.
- Teure Visualisierung. Ein eigener Visualisierungs-Server kostet oft 800 bis 1.500 €. Mit Home Assistant geht das günstiger und flexibler.
So sparen Sie, ohne es später zu bereuen
- Raum für Raum planen, bevor der Elektriker anbietet. Wenn Sie wissen, was jeder Raum können soll, kann der Elektriker genau anbieten, und Sie können Angebote vergleichen.
- Leitungen großzügig, Geräte sparsam. Leitungen und Leerrohre kosten im Rohbau wenig. Aktoren und Taster können Sie später ergänzen.
- Den Verteiler eine Nummer größer. Dann passen spätere Aktoren hinein, ohne dass umgebaut werden muss.
- Handy und Tablet über Home Assistant. Statt teurer Displays an der Wand reicht oft ein günstiges Wandtablet.
- Programmierung getrennt anfragen. Viele Elektriker programmieren nicht selbst oder rechnen hoch. Ein spezialisierter Programmierer ist oft schneller und dokumentiert sauber.
Mit dem KNX-Raumbuch mit Rechner tragen Sie Raum für Raum ein, was Ihr Haus können soll. Die Tabelle rechnet Aktoren, Leitungen und grobe Kosten für Sie aus, so haben Sie eine Grundlage für das Gespräch mit dem Elektriker.
Lohnt sich KNX überhaupt?
Ehrliche Antwort: Für einen Neubau, in dem Sie lange wohnen wollen, meistens ja. Die Mehrkosten im Neubau sind überschaubar, verglichen mit dem Gesamtpreis des Hauses. Dafür bekommen Sie ein System ohne Batterien und ohne Cloud, das herstellerübergreifend funktioniert und auch in 20 Jahren noch erweitert werden kann.
Wenn Sie dagegen nur ein paar Lampen per App schalten wollen oder in Miete wohnen, ist eine Funklösung oft die bessere Wahl.
Häufige Fragen
Was kostet KNX pro Quadratmeter?
Als grobe Faustregel: Für eine Komfort-Ausstattung rechnen Sie im Neubau mit etwa 100 bis 170 € pro Quadratmeter nur für den KNX-Teil. Die Spanne ist groß, weil die Ausstattung den Preis viel stärker bestimmt als die Fläche.
Wie viel teurer ist KNX als eine normale Elektroinstallation?
Im Neubau grob 30 bis 50 % mehr. Nachträglich im Bestand deutlich mehr, weil Wände geöffnet und Leitungen neu gezogen werden müssen.
Was kostet die KNX-Programmierung?
Für ein Einfamilienhaus mit Komfort-Ausstattung sind 40 bis 60 Stunden üblich. Ich rechne 85 € pro Stunde und nenne Ihnen vorher einen festen Kostenrahmen.
Kann ich mit KNX klein anfangen und später erweitern?
Ja, das ist eine der großen Stärken von KNX. Wichtig ist nur, dass die Leitungen im Rohbau schon liegen. Aktoren und Taster lassen sich später ergänzen.
Sie planen gerade Ihr KNX-Haus?
Ich prüfe Ihre Planung oder das Angebot Ihres Elektrikers, bevor die Wände zu sind, und sage Ihnen ehrlich, wo Sie sparen können und wo nicht.
Planung prüfen lassen Zu den PlanungshilfenQuellen für die Richtwerte: Marktübersichten von elektriker-suche.de und piesco-automation.de (Oktober 2026) sowie eigene Erfahrungswerte.